Was ich Ihnen schon immer einmal erzählen wollte...

Letztens war ich - oder genauer gesagt häufig bin ich - in Burghausen unterwegs und gehe gerne eine Runde durch die Altstadt und an der wunderschönen Salzach spazieren oder entspanne in der Hängematte im wunderschönen Bräugartl.

Da habe ich auf einem meiner Spaziergänge dieses Bild (oben) von der Burg dort festgehalten und dazu ist mir dann die Erinnerung an eine Geschichte gekommen, die ich vor vielen Jahren mal selbst einmal gehört habe und mitunter recht schön finde.

Während meiner Tätigkeit als Dozent habe ich diese Geschichte gerne zur Begrüssung und gemeinsamen Einstimmung vorgelesen, bevor ich dann den “eigentlichen Stoff” vermittelte. Und da sie mir sehr gut gefällt, hatte ich die Idee, sie könnte sonst ja auch noch jemandem gefallen, weshalb ich sie hier gerne veröffentlichen will.

 

"DIE BURG"

"Haben Sie auch eine Burg???"

"Ich habe eine,...

eine sehr schöne sogar”! Groß ist sie, trotzig blickt sie ins Land, dunkel, ein wenig drohend, wie eine Burg eben auszusehen hat.

Sie hat nur einen kleinen Fehler: “Leider ist sie aus Pappe”.

„Hhhmmm“, höre ich Sie nun denken, „aus Pappe? Wie unangenehm! Regnet es da nicht hinein?“

Ach, wissen Sie, das wäre das kleinste Übel! Was die Sache so erschwert: Meine Nachbarn dürfen nichts bemerken! Alle halten doch meine Burg für echt, steinern und uneinnehmbar!

„Was geht das Ihre Nachbarn an?“ fragen Sie. Man merkt, dass Sie die nicht kennen! Kriegerische Gesellen sind das, mit steinernen, festen Burgen und Gesichtern. Wenn die wüssten, wie es um meine Burg bestellt ist! Die hätten mich überrannt, bevor ich nur: „Ich ergebe mich!“ - rufen könnte!

Und so bastle ich an meiner Burg herum, bemale sie, bessere Schäden und Schwachpunkte so gut wie möglich aus, immer auf der Hut vor anderen.

Natürlich darf niemand zu dicht an meine Burg heran. Darum habe ich mich hinter einer Menge von Schutzwällen verschanzt und bastle ständig und ausdauernd an meinen Befestigungsanlagen herum. Besucher dürfen natürlich nur bis zum äußersten Tor, denn von dort sieht meine Burg wirklich sehr echt und steinern aus. So bin ich also allein in meiner Burg und fühle mich oft einsam und ängstlich.

Misstrauisch beobachte ich meine Umgebung und meine Nachbarn. Ach, es ist nicht einfach, ein Pappburgbesitzer zu sein!

Aber ich wollte Ihnen ja etwas ganz anderes erzählen.

Ich habe nämlich eine seltsame Beobachtung gemacht. Am Montag war es, bei dem großen Gewitter. Ich stand am Fenster und sah hinaus, ein bisschen ängstlich, wie Sie sich wohl vorstellen können. Die zuckenden Blitze tauchten alles sekundenlang in blaues, kaltes Licht. Jeder Donnerschlag ließ mich zusammenfahren.

KriTheCo - Krisenintervention-Therapie-Coaching

Alexander Weindl

Praxis für Psychotherapie
Traumatherapie & Traumapädagogik
Kinder- und Jugendlichen-Coaching
Elternberatung
Auf der Grundlage des Heilpraktikergesetz
In Altötting seit 2011

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Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal bei Gewitter in einer Pappburg waren? 👀 Es ist jedenfalls höchst unangenehm. Bei jedem Donnerschlag erbebt das Gebäude wie ein Kartenhaus, der Sturm zerfetzt das Pergament der Fenster und der Regen weicht die Dachziegel auf.

Angespannt starrte ich in die Nacht, versuchte, die Dunkelheit mit meinen Augen zu durchdringen, als ich im Licht eines plötzlich aufzuckenden Blitzes eine seltsame Beobachtung machte: Hinter den Fenstern der umliegenden Burgen huschten Schatten hin und her, manchmal bemerkte ich, wie ängstliche Gesichter gegen die Scheiben pressten.

Meine Nachbarn schienen also die gleichen Sorgen zu haben wie ich!

Als ein neuer Blitz alles taghell erleuchtete, erkannte ich meinen Nachbarn zu linken, „Heinrich der Steinerne“ genannt, der versuchte, eine PLASTIKPLANE über die Zinnen seiner Burg zu zerren.

Wozu,... frage ich Sie,... braucht man auf einer Steinburg Plastikplanen???

Tja, und nun hat sich diese Idee in mir festgesetzt: Was, wenn auch die Burgen meiner Nachbarn >>Pappburgen<< wären?

Was,... wenn ich hier nicht der einzige Pappburgbesitzer bin???

Sie glauben nicht, wie gern ich einmal hinter die Fassaden und Schutzwälle der anderen Burgen sehen würde!

Ich fürchte nur, es wird beim Alten bleiben, denn meine Nachbarn lassen mich einfach nicht an sich heran!

 

Und meine Burg als erster zu öffnen, das wage ich mich nicht!

(Karin‐Anneliese Ackermann)

Rückzug - in die Burg

... ein Mechanismus, der uns - ich wage zu behaupten - allen bekannt sein dürfte.
Wenn wir nämlich verletzt wurden oder krank sind, oder uns Verletzung und Krankheit droht, dann tritt dieser Mechanismus des Rückzuges ein. Wir bringen uns dann in Sicherheit - Rückzug in die eigene Burg / Festung, die in Wahrheit wenig Sicherheit bietet oder keine ist, denn, wenn wir Sicherheit hätten, dann müssten wir uns ja nicht zurückziehen - ein Teufelskreislauf aus Angst / Bedrohung / Gefahr und Rückzug - der sich selbst antreibt, solange wir nicht bereit sind, oder uns das nötige “Rüstzeug” zugelegt haben, um etwas Entscheidendes zu tun...

Uns Öffnen

… für die Liebe in uns, denn nur die Liebe in uns selbst kann heilen . Es sind nämlich die zumeist selbst errichteten Mauern und Schutzwälle, die wir uns aufbauen - die uns für den Moment auch mal schützen - leider, vor allem aber die Gefühle schützen, weswegen sie errichtet wurden.

"Liebe gedeiht aber eben nicht hinter Mauern und in Einsamkeit" - sie bevorzugt Freiheit - und die braucht eben keine Mauern.

Martin Buber sagt: “Man wird am Du zum Ich” und so ist es eben, dass wir als menschliche Wesen, andere Menschenwesen zum Leben und Lieben benötigen. Dies zu lange, oder auf Dauer zu ignorieren, führt unweigerlich ins “Aus”!

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